Sonntag 32. im Jahreskreis B

Ansprache am XXXII. So. im Jahreskreis B – 11.12. 2018 November

– 1 Könige 17,10-16

– Juden 9.24-28

– Markierung 12.38-44

 

Das heutige Evangelium ist in zwei Szenen unterteilt.

Im ersten Fall wirkt Jesus wütend auf falsche Menschen, besonders wenn sie versuchen, sich mit religiösen Rollen zu bedecken.

Im zweiten sieht und kommentiert er das kleine Angebot einer verwitweten und armen Frau. Mit zwei Münzen macht eine außergewöhnliche Geste: Sie gibt ihr ganzes Leben. Jesus verwendet keine diplomatischen Worte.

Seine Rede trifft gerade die Menschen, vor allem die Geistlichen. Mit langen farbigen Fäden versehenen, tragen sie helle Kleidung, mit Ketten, mit Edelsteinkreuzen und kostbaren Gegenständen geschmückt. Sie stellen sich in die Mitte, um begrüßt und verehrt zu werden, ohne die Menschen in ihrer Not und in ihrem Leiden zu unterscheiden. In den liturgischen Versammlungen haben sie bedeutende Orte, Stühle und Throne, ähnlich denen der Pharaonen und Könige, und sie sind immer zu den Banketten der Mächtigen eingeladen“.

Diejenigen, die das tun, suchen nur Prestige und Macht. Wir müssen dieses scheinheilige System aufdecken, die immer wieder sich verteidigt und versucht sich durchzusetzen. Nichts Neues unter der Sonne: Auch Jesus musste diesen Kampf führen. Er erinnert sich, dass man fromm und mörderisch, religiös und betrügerisch, eifrig und grausam, fromm und lüstern sein kann. Für diejenigen, die so leben, ist der Glaube eine Ausstellung. Stattdessen musst du die Witwe nachahmen, die zwei Münzen anbietet, das Symbol ihres ganzen Lebens. Das ist alles, was sie besitzt.

Es gibt ein Detail, das uns auffällt: die Präzision, mit der das Evangelium die Anzahl der Münzen (zwei) sagt, um zu suggerieren, dass die Frau bei zweien eine hätte behalten können, während sie stattdessen beschließt, alles zu geben. Die Stärke des Evangeliums liegt in der Gesamtheit dieser Geste. Der gesunde Menschenverstand würde tatsächlich sagen, dass, wenn man zwei Brötchen hat, zwei Häuser, zwei Kleider…. eine für sich behält, während die andere einem Bruder gibt. Die Radikalität des Evangeliums zeigt uns diese Frau, die alles gibt, was sie hat.

Die Frau macht diese Geste ohne eine besondere Anerkennung zu verlangen. Niemand sieht, außer dem durchdringenden Auge Jesu, der weiß, wie man über die Erscheinungen hinausgeht, um im Herzen des Menschen zu lesen.

In unserer gemeinsamen Denkweise glauben wir, dass wir gut sind, weil wir etwas für andere tun, weil wir beschäftigt sind. In Wirklichkeit fragt uns das Evangelium, wie sehr wir hinter unserem Handeln eine authentische Hingabe an andere aus Zeit und Fürsorge stehen.

Es ist viel einfacher, einer Person einen Euro zu geben, als sie zu fragen, wie es ihr geht und mit ihr persönlich zu reden. Ein letztes Detail: Die Witwe legt ihre beiden Münzen in den Schatz des Tempels, ein System, das bekanntlich korrupt ist. Hättest du es nicht verhindern können?

Wir müssen unseren Blick erweitern und verstehen, dass sich dieses Opfer auf das Opfer des ganzen Lebens Jesu bezieht: ein Zeichen, das das System nicht verändern wird, aber uns die Möglichkeit gibt, auf eine neue Weise zu leben. Jesus kritisiert das System (besonders das religiöse System) seiner Zeit, setzt aber ein Zeichen: Er steht auf andere Weise im System und zeigt, dass es möglich ist.

 

 

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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.