Pastoral

Pastorale Theologie oder Praxis

– hat sein eigenes spezifisches Objekt (das Hier und Jetzt der Geschichte),

eine Methode (eine so genannte kritische theologisch-empirische Methode) und

– beschäftigt sich mit der Praxis im aktuellen Kontext, in dem sie sich ausdrückt. Sein Handeln besteht in der Tat darin, Gelegenheiten für die Begegnung des Menschen mit Gott und die Begegnung Gottes mit dem Menschen in einem präzisen und entschlossenen Zeit- und Geschichtsmoment zu bieten.

Sein Verhältnis zur Praxis – das war schon immer sein Hauptproblem – drückt sich in der Umsetzung eines tugendhaften hermeneutischen Kreises aus, in dem Theorie und Praxis, Grammatik und Praxis in vollem Respekt vor jedem einzelnen interagieren, ohne die Kompetenzen zu unterschätzen oder durcheinanderzubringen. Die grundlegende Frage, auf die die Pastoraltheologie zu antworten hat, lautet: „Wie“ kann die christliche Gemeinschaft im Hier und Jetzt arbeiten, um das Evangelium vom Königreich zu verkünden, zu feiern und zu bezeugen?

Die Antworten sind in der Schrift, in der Tradition und im Lehramt verwurzelt und drücken die Treue zu den Zeichen der Zeit aus, also zu den Herausforderungen, die die soziale, kulturelle und kirchliche Situation von Zeit zu Zeit stellt. Diese Antworten sind das Ergebnis eines engen und kontinuierlichen Dialogs mit unseren theologischen Schwesterdisziplinen und den Geisteswissenschaften. Gerade weil sie eng in der Geschichte verankert ist, erzählt die Pastoraltheologie von sich ständig verändernden und innovativen Wegen, die niemals in feste, allgemein gültige Schemata eingeschlossen werden können.