Kantoren/Innen Dienst

Cantate!

Wie etabliert man den Kantorendienst 

in einer Gemeinde?

Insgesamt 14 Mal benennt die Grundordnung des Römischen Messbuchs (GORM) den Dienst und die konkreten Aufgaben des Kantors im Kontext der Eucharistiefeier.

  • Der Kantorendienst in den Kirchengemeinden führet ein liturgisches Schattendasein, obwohl er neben den liturgischen Diensten des Priesters,

  • des Diakons,

  • der Akolythen und

  • der Lektoren als ein ordentlicher liturgischer Dienst in der Eucharistiefeier benannt wird (GORM 116).

Der Kantorendienst innerhalb der Eucharistiefeier

Bei mindestens acht liturgischen Elementen kann der Kantor laut GORM in Erscheinung treten. Dabei werden

  1. der Gesang zum Einzug (GORM 48),

  2. Kyrie (GORM 52),

  3. Gloria (GORM 53),

  4. Ruf vor dem Evangelium mit dem Vers (GORM 62),

  5. Glaubensbekenntnis (GORM 68),

  6. Fürbitten (GORM 138),

  7. Agnus Dei (GORM 83) und

  8. der Gesang zur Kommunion (GORM 87)

explizit genannt. Zudem kann der Kantor sowohl den Antwortpsalm vortragen als auch das Sanctus anstimmen.

Der Kantorendienst soll in die Liturgie sinnvoll und im Kirchenraum wahrnehmbar verortet werden:

Der Kantor soll eine liturgische Kleidung tragen und wenn möglich im Altarraum – ein eigener Platz zukommen.

Die kirchenmusikalisch praktikabelste Form, dass nämlich der Kantor beim Organisten auf der Empore steht, wird der liturgischen Funktion dieses Dienstes nicht vollständig gerecht.

Ein Etablierungsversuch in einer Kirchengemeinde

Die Gründe, weshalb in vielen Gemeinden der Kantorendienst nicht etabliert ist, sind vielfältig. Immer wieder wird darauf hingewiesen, wie schwierig es sei, geeignete Personen für diesen anspruchsvollen Dienst zu finden und auch die qualitätvolle Umsetzung zu garantieren.

Praktische Hinweise für die Umsetzung andernorts beinhalten können:

  1. Zielsetzung: Eine solide Planung samt genügend Vorlaufzeit ist entscheidend.

  2. Generierung potenzieller Kantorinnen und Kantoren: Als potenzielle Kantoren sollten Frauen und Männer aus den bestehenden Kirchenchören, Lektorinnen und Lektoren, aber auch weitere Personen aus der Gemeinde allgemein eingeladen und gezielt angesprochen werden, die diesen Dienst ausüben möchten sowie von ihrem stimmlichen Vermögen und liturgischen Wissen her verrichten können.

  3. Kirchenmusikalische und liturgische Ausbildung

  4. Organisation und Grundausstattung des Kantorendienstes: Ein Verantwortlicher wird einen Dienstplan erstellen, in den sich die Kantoren eintragen können, sodass dieser liturgische Dienst auch in Absprache mit dem Organistenplan gut organisiert ist.

  5. Bestmögliche kirchenmusikalische Unterstützung in der Anfangsphase: Eine aktive Begleitung in den ersten Monaten ist entscheidend. (vgl. drs.de/arbeitsfelder/liturgie/gottesdienst-und-liturgiegestaltung.html). Zugängliche Vertonungen sind besonders in der Einstiegsphase eine sinnvolle Erleichterung, bevor mit der Zeit anspruchsvollere Kehrverse und Psalmtöne Verwendung finden.

  1. Offizielle Einführung in den Dienst: Wie z. B. Lektoren offiziell vor der Gemeinde zu ihrem liturgischen Dienst beauftragt werden, so sollten auch die Kantoren eingeführt werden.

Herausforderung für alle Beteiligten

Der Kantorendienst leistet einen doppelten Beitrag im liturgischen Leben der Kirche: Durch ihn kann die Eucharistiefeier, aber auch das sonstige gottesdienstliche Leben in den Kirchengemeinden sowohl pastoral wirksamer als auch zu einer fruchtbaren Mitfeier für die Teilnehmenden werden (GORM 352).

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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.