Gewissenerforschung

An alle meinen Freunden habe ich diese Gewissenserforschung für das kommende Fest erarbeitet.

Perdono, riconciliazione, peccato sociale

Der Grundtest ist die Ansprache des Papstes Franziskus an die Kurie im Jahr 2014. Das gilt für uns allen.

Grüsse Orazio

Liebe Freunde, vor Weihnachten biete ich euch einen Text von Papst Franziskus an, der am 22.12.2014 an die Vatikanische Kurie gerichtet hat.

Ich habe diesen Text für mich und für euch überarbeitet, weil er so aktuell ist, sowohl im sakramentalen Bereich (Sakrament der Versöhnung) als auch im täglichen weltlichen Leben. Es tut uns allen gut, innen zuhalten und nachzudenken (es wird auch für vielbeschäftigte Manager empfohlen).

Nachdem der Papst seine guten Wünsche ausgesprochen hat und alle begrüßt, die ihre Mission in der Kurie beenden, weil sie die Altersgrenzen erreicht haben, fügt der Papst hinzu:

Und von dieser Bitte um Vergebung ausgehend ist es meine Absicht, dass diese unsere Begegnung und die Gedanken, die ich mit Ihnen teilen möchte, für uns alle zu einer echten Gewissenserforschung stützen und antreiben, um unsere Herzen für das Weihnachtsfest vorzubereiten.“

Schon diese Aussage lässt uns verstehen, wie viele Journalisten diese Rede in einem verzerrten Kontext gelesen haben, indem sie sie als “Leviten Lesung für die Mitglieder der Kurie” bezeichnen. Falsch! Der Papst spricht von “uns“, er bemüht sich nicht, den Finger gegen irgendjemanden zu erheben, sondern bekräftigt einfach die Wichtigkeit, dass wir uns alle bereuen und unsere Sünden bekennen.

Der Text geht weiter: „Die Kurie ist ein dynamisches Wesen. Sie kann nicht leben ohne sich zu ernähren und sich zu pflegen. Wie auch die Kirche als solche kann die Kurie nicht leben, ohne eine lebendige, persönliche, authentische und beharrliche Beziehung mit Christus zu haben (vgl Joh 14:4-5). Ein Mitglied der Kurie, der sich nicht täglich mit dieser Speise nährt, wird zu einem Bürokraten, einem Formalisten, Funktionalisten, einem bloßen Angestellten…

  • Das tägliche Gebet,

  • die beständige Teilnahme an den Sakramenten, vor allem an der Eucharistiefeier und dem Sakrament der Versöhnung,

  • die tägliche Berührung des Wortes Gottes und

  • eine Spiritualität, die sich in gelebte Nächstenliebe übersetzt.

Uns allen soll klar sein, dass wir ohne Ihn nichts tun können (Joh 15:8).

 

Die Kurie ist gerufen, sich zu bessern, immer zu verbessern und in Gemeinschaft, Heiligkeit und Weisheit zu wachsen, um ihre Aufgabe ganz und gar erfüllen zu können… Diese Überlegung wird uns helfen, uns auf das Sakrament der Versöhnung vorzubereiten, das ein guter Schritt für uns alle sein wird, um uns auf Weihnachten vorzubereiten.

Hier ist also ein Paradigma für eine ernsthafte Gewissensprüfung:

  1. Die Krankheit, sich „unsterblich” zu fühlen. Es ist die Krankheit des reichen Toren aus dem Evangelium, der glaubte, ewig zu leben (vgl. Lk 12:13-21)

Das Gegenmittel für diese Seuche ist die Gnade, sich als Sünder zu fühlen und von ganzem Herzen zu sagen: „Wir sind unnütze Diener; wir haben nur unsere Schuldigkeit getan” (Lk 17,10).

  1. Eine andere: Die Krankheit des „Marta-lismus[abgeleitet von der biblischen Figur der Marta], der übertriebenen Arbeitswut: das heißt die Krankheit derer, die sich in die Arbeit stürzen und dabei unausweichlich „den besseren Teil” außer Acht lassen.

Das Gegenmittel: Schätzen Sie den Wert der Ruhezeit, die Sie mit Ihren Familienmitgliedern verbringen können, und respektieren Sie die Feiertage als Momente der spirituellen und körperlichen Aufladung.

  1. Es gibt auch die Krankheit der geistigen und geistlichen „Versteinerung”: Die Krankheit derer, die ein Herz aus Stein haben und „halsstarrig” sind (Apg 7:51-60)

Gegenmittel:Die Gefühle Jesu” zu haben (vgl. Phil 2,5), damit unsere Herzen nicht mit der Zeit verhärten und unfähig werden, den Vater und den Nächsten bedingungslos zu lieben (vgl. Mt 22,34-40).

  1. Die Krankheit der ausufernden Planung und des Funktionalismus: Hüten Sie sich davor, Buchhalter zu werden. Gute Vorbereitung ist notwendig, aber immer ohne der Versuchung zu erliegen, die Freiheit des Heiligen Geistes einschränken und steuern zu wollen; er bleibt immer größer, großzügiger als alles menschliche Planen (Joh 3:8).

Gegenmittel: Die Kirche zeigt sich dem Heiligen Geist treu, soweit sie nicht behauptet, ihn zu regulieren und zu domestizieren… Er ist Frische, Phantasie, Neuheit “.

  1. Die Krankheit der schlechten Absprache. Wenn die Mitglieder ihre Gemeinschaft miteinander verlieren und der Körper seine harmonische Funktion und sein Maß, dann wird er zu einem Orchester, das Krach macht, weil seine Mitglieder nicht zusammenspielen und keinen Gemeinschafts- und Mannschaftsgeist haben.

Gegenmittel: Sagen Sie doch nicht immer: “Ich bin der Chef, der Pfarrer, der Bischof usw.” oder „Hier habe ich das sagen“. Öffnen sie sich für Zusammenarbeit, für andere. Sie werden sich bereichern und Ihr Leben wird zur Sinfonie.

  1. Die Krankheit der Rivalität und der Eitelkeit: wenn das Äußere, die Farben der Kleidung und Zeichen der Ehre zum vorrangigen Lebensziel werden.

Gegenmittel: die Worte des heiligen Paulus: „Tut nichts aus Ehrgeiz und nichts aus Prahlerei. Sondern in Demut schätze einer den andern höher ein als sich selbst. Jeder achte nicht nur auf das eigene Wohl, sondern auch auf das der anderen.” (Phil 2:1-4)

  1. Die Krankheit der schizophrenen Existenz. Es ist die Krankheit derer, die ein Doppelleben führen, und die streng mit anderen und nachsichtig mit sich selbst sind.

Gegenmittel: Für diese äußerst schwere Krankheit ist die Bekehrung dringend und unverzichtbar (Lk 15:11-32).

Die Krankheit des Geschwätzes, des Gemurmels, des Tratschens: Es ist die Krankheit von feigen Menschen, die nicht den Mut haben, etwas direkt zu sagen und es deswegen hinter dem Rücken tun. Man fängt an zu plaudern und ruiniert am Ende das soziale Gefüge, in dem man lebt.

Gegenmittel:Tu anderen nicht das an, was du nicht willst, dass man dir angetan wird.“

  1. Die Krankheit der Vergötterung der Vorgesetzte: Sie sind Opfer des Karrierismus und des Opportunismus, sie ehren die Menschen und nicht Gott (vgl. Mt 23:8-12). Diese Krankheit könnte auch die Oberen treffen, wenn sie einige ihre Mitarbeiter umschmeicheln, um ihre Unterwerfung, Loyalität und psychische Abhängigkeit zu erhalten, aber im Ergebnis ist das echte Komplizenschaft.

Gegenmittel: „Ihr Reden soll “ja”, “ja”, und “nein”, “nein, lauten. Alles andere kommt vom Teufel.“

  1. Die Krankheit des Sammelns und die des weltlichen Profits, der Zurschaustellung: Wenn der Jünger versucht, eine existentielle Leere in seinem Herzen zu füllen, indem er materielle Güter anhäuft, nicht aus Not, sondern nur, um sich sicher zu fühlen. In Wirklichkeit wird nichts Materielles mit sich führen können, denn “das Grabtuch hat keine Taschen” und all unsere irdischen Schätze – auch wenn sie Geschenke sind – werden diese Leere niemals füllen können, im Gegenteil, sie werden sie immer anspruchsvoller und tiefer machen.

Gegenmittel: Täglich über den Tod nachdenken. Sich von Ballast zu befreien und freier zu sein für das freudige Abschlusstreffen mit IHM, der uns erlöst hat.

Abschluss der Ansprache: „Liebe Brüder, diese Krankheiten und Versuchungen sind natürlich eine Gefahr für jeden Christen und jede Verwaltung, Gemeinschaft, Orden, Pfarrei und kirchliche Bewegung und können sowohl beim Einzelnen als auch in der Gemeinschaft vorkommen. 

Bitten wir die Mutter Christi und der Kirche, das sie uns befähigt, die Kirche so zu lieben, wie Christus, sein Sohn und unser Herrn, sie geliebt hat, und um den Mut zu haben, uns Sünder und die, die ihrer Barmherzigkeit bedürfen, anzuerkennen und nicht davor zurückzuschrecken, unsere Hand in ihre mütterlichen Hände zu legen.

Viele gute Wünsche für ein heiliges Weihnachtsfest an Sie alle, Ihre Familien und Ihre Mitarbeiter.

 

Liebe Schwester und Brüder,

ich wünsche Ihnen/euch eine gute Vorbereitung auf das Sakrament der Versöhnung.

Weihnachten soll uns allen ein Fest der Freiheit und des Friedens werden.

Möge Gott Sie/euch alle beschützen und beglücken.

 

Don 

Condividi con i tuoi amici:

Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.