Fronleichnam

Meine Ansprache  am  Fronleichnam in Mindelheim, St. Stephan am  15. Juni 2017

Sie kennen sicher das Sprichwort; „Wes‘ Brot ich ess‘, des’ Lied ich sing‘„. Meistens gebrauchen wir es, wenn wir ausdrücken wollen: Ich bin abhängig von meinem Brötchengeber, Ich muss auch seine Meinung vertreten. Meistens klingt dieser Satz nach Resignation.
Heute – am Fronleichnamsfest – könnte dieser Satz einen anderen Klang bekommen. Er könnte zur Proklamation werden: „Wessen Brot ich esse, dessen Lied will ich singen!”
1 – Denn heute wollen wir ja zeigen, für welchen „Brotgeber wir uns entschieden haben. Wir wollen den bekannt machen, der uns das Brot des Lebens gibt; dem wir zutrauen und wir wollen uns zu dem bekennen, der uns den Proviant gibt, den wir für unseren Lebensweg brauchen:
2 – Heute wollen wir aber auch zeigen, dass das Lied unseres ,Brotgebers’ keine ,Kammermusik` ist. Deshalb verlassen wir den Kirchenraum und gehen ins Freie. Wir wollen damit deutlich machen, dass die Frohe Botschaft, die Melodie Gottes, die Jesus uns zuspielt, in alle unsere Lebensbereiche hineinklingen soll.
Das Lied unseres Brotgebers ist ein Liebeslied, weil es von der Güte und Menschenfreundlichkeit Gottes erzählt. Das Lied unseres Brotgebers ist auch ein Friedenslied, weil es die seligpreist, die Frieden stiften. Das Lied unseres Brotgebers ist schließlich ein Protestlied, weil es von der Parteilichkeit Gottes für die Armen und Ausgehungerten singt. Und es soll durchklingen in unserem Engagement und in unserer Hilfsbereitschaft – in unseren Gemeinden, in unserer Stadt und darüber hinaus.
3 – Noch ein drittes wollen wir heute zeigen: dass wir das Brot, das Jesus uns schenkt, nicht aus den Augen verlieren wollen. Deshalb stellen wir es in die Monstranz und halten es hoch. Deshalb nehmen wir es mit auf unseren Weg und tragen es durch die Straßen.
Dieses Brot erinnert uns an Jesus, an die gemeinsamen Mahlzeiten mit seinen Jüngern, und an seine Tischgemeinschaft mit den Außenseitern. Es erinnert uns daran, dass das Brot, das wir teilen, nicht weniger wird; dass etwas wächst und aufblüht, wenn wir einander teilnehmen lassen an unseren schönen Erfahrungen.

Das Sprichwort „Wes’ Brot ich ess’, des’ Lied ich sing’„ – für uns heute nicht Ausdruck der Resignation, sondern Proklamation unseres Glaubens an Jesus Christus. „Wes’ Brot ich ess’, des’ Lied ich sing’„- Kurzformel für unsere Bereitschaft, immer das Lied dessen anzustimmen, der als einziger unseren Lebenshunger stillen kann.

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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.