Frohe Ostern

Meine liebe Gemeinde!

Bischof Jacques Gaillot veröffentlichte vor ein paar Jahren ein Büchlein, das ihn weltbekannt machte: “Eine Kirche, die nicht dient, dient zu nichts“. Bestimmt interessant, fast wie ein Slogan für die Werbung.

Woran denken wir, wenn wir den Begriff “Kirche” hören? In der breiten Öffentlichkeit versteht man unter “Kirche” oft die Hierarchie und ihre Vertreter, man denkt an Vatikan, an eine Institution, an eine Struktur, die wohl mächtig und gekennzeichnet ist durch dubiose Machenschaften. Auf diesem Hintergrund kommt es dann zu Kritik, Ablehnung, Widerstand und Unbehagen gegenüber der Kirche, ihrer Rückständigkeit und Langsamkeit und ihren Fehlern. Und einige ziehen daraus für sich den Schluss: Jesus ja, Kirche nein.

Fast nie entspricht das, was in der breiten Öffentlichkeit  unter “Kirche” verstanden wird, dem, was die Kirche eigentlich ist: Die Gemeinschaft der an Christus Glaubenden, die Versammlung derer, die glauben, hoffen, lieben. Das ist – vor allem anderen – die Kirche.

Die Kirche ist Geheimnis, ein tiefes “Mysterium”, das unsere Augen nicht ganz wahrnehmen können: Sie ist in der Geschichte, doch zugleich übersteigt sie die Geschichte, sie ist jenseits und außerhalb von ihr. In der Kirche ist das, was man nicht sieht, wichtiger als das, was man sieht; das Sichtbare ist ganz auf das Unsichtbare bezogen. Ein Bild für die Kirche wurde vom Konzil in besonderer Weise hervorgehoben (vgl. Lumen gentium 1): Die Kirche ist Leib Christi, mystischer, das heißt ein geheimnisvoller Leib.

Darum erfüllt es uns mit Freude, dass wir zur Kirche gehören; es weckt Staunen und Vertrauen; wir fühlen uns in der Kirche wie zu Hanse. Das Reich Gottes bedeutet, in einfacher Sprache ausgedrückt: sich wohl und geborgen, sich zuhause fühlen.

Lassen wir also das ständige Gejammer und Lamentieren über die Kirche! Wir sollten diese Einstellung überwinden, die nur die äußere Organisation der Kirche im Blick hat – mit allen ihren Schwerfälligkeiten und dem Belastenden, mit ihren Unstimmigkeiten, ihren Sünden (den Sünden ihrer Glieder, und das sind wir), mit ihrer Langsamkeit. Wir sollten nicht nur die negativen Erscheinungen wahrnehmen (deren gibt es viele, wie wir alle wissen). Die tiefere Wahrheit ist, dass es in der Kirche als Leib Christi und Präsenz Gottes etwas Größeres, Glorreiches gibt, dar unzerstörbar ist und in der Geschichte nicht überwältigt werden kann. In der Kirche “weht” der Heilige Geist, um die, die glauben, zum Himmlischen Jerusalem, zur Herrlichkeit des Gottesreiches zu führen.

Mit einem Wort Papst Pauls VI., möchte ich schließen:” Ich möchte diese Kirche umarmen, ich möchte sie in jedem von denen, die sie bilden, grüßen und lieben”. Wir alle dürfen uns in lebendiger Gemeinschaft mit der einen Kirche, dem großen Geheimnis des Leibes Christi, fühlen. Sein Mysterium feiern wird in diesen Tagen, wenn wir zu unseren Gottesdiensten zusammenkommen. Es ist die wichtigste, uns in der Taufe aufgetragene Aufgabe des Dienens, mit unseren Worten und Taten der Liebe zum Verkünder der Frohen Botschaft (=Evangelium) zu werden.

Ich wünsche allen Christinnen und Christen und Menschen guten Willens frohe und gesegnete Ostern.

Don Orazio

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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.