Der Heilige Gottes

Gedanken über den 4. Sonntag im Jahreskreis B

Christus in der Synagoge in Kapernaum, Mömpelgard-Altartafel, Heinrich Füllmaurer, 1530-1570. Wien, Kunsthistorisches Museum.

  • Heute haben wir die erste explizite Anerkennung der Rolle von Jesus. Nach der Berufung der ersten vier Jünger erzählt der Text, wie in Kapernaum “Jesus in die Synagoge ging und lehrte.

Dies ist die Szene, die auf dem im Kontext der Reformation gemalten Bild dargestellt ist: eine der 147 detaillierten Szenen, die Episoden aus dem Neuen Testament erzählen und die zusammen das Altarbild bilden, das Graf Georg von Württemberg für die Kirche in Mömpelgard in Auftrag gegeben hat (gemalt zwischen 1530 und 1570).

  • Die Tafel mit einer schriftlichen Zusammenfassung der relevanten Texte der Evangelien zeigt Jesus links neben einem Rednerpult, das vielleicht dem ähnelt, was wir in den lutherischen Kirchen dieser Zeit gefunden hätten; in den Bänken des Raumes sehen wir dann einige der von Markus erwähnten “Schriftgelehrten” – Männer, die untereinander streiten und schwere Bücher tragen, die sie nicht lesen. Andere Bücher – ebenfalls geschlossen – liegen auf der Kirchenbank im Hintergrund und in den Regalen unter dem Fenster.
  • In der Mitte des Raumes liegt ein Mann auf dem Boden, aus dessen Mund ein geflügelter Dämon herauskommt. Markus sagt: “In der Synagoge war ein Mann, der von einem unreinen Geist besessen war” (Mk 1,23); Lukas, der die gleiche Episode erzählt, fügt hinzu, dass der Dämon den Mann zu Boden warf (Lk 4,35). Der Besessene “begann zu schreien und sagte: ‘Was willst du von uns, Jesus von Nazareth? Sind Sie gekommen, um uns zu ruinieren? Ich weiß, wer Sie sind: der heilige Mann Gottes?”” (Mk 1,24).
  • – Der heilige Mann Gottes – dies ist eine Bezeichnung für den erwarteten Messias und ist der erste Ehrentitel, der in diesem, dem ältesten der Evangelien, für Jesus verwendet wird.

Und gerade ein Dämon spricht das aus?

  • Mit der Autorität, die die Umstehenden bereits in ihm gesehen hatten, befahl Jesus dem Teufel dann “streng: “Schweig! Komm aus ihm heraus!” Und der unreine Geist fuhr von ihm aus, zerriss ihn und schrie laut.” (Mk 1,25-26); dies ist genau der Moment, in dem der Künstler illustriert, wie der Herr dem Teufel mit seiner rechten Hand befiehlt, herauszukommen, und das böse Geschöpf geht.
  • Christus, mit dem Heiligen Geist erfüllt, ist in der Lage, andere geistige Mächte zu beherrschen, so dass “alle von Furcht ergriffen wurden, so dass sie sich gegenseitig fragten: ‘Was ist das? Eine neue Lehre, die mit Autorität gegeben wird. Er befiehlt sogar den unreinen Geistern, und sie gehorchen ihm!” (Mk 1,27).
  • Jesu Stil: Gott erdrückt die Menschen nicht mit Gewalt und Autorität, sondern will im Gegenteil diejenigen befreien, die vom Bösen ergriffen sind.
  • Viele Menschen haben Angst vor Gott; Jesus sagt und zeigt uns, dass es keinen Grund für diese Angst gibt. Gott wirkt gnädig für sein Volk. Gottes Kraft heilt, stellt wieder her und befreit, so dass wir alle wachsen und zu den Menschen werden können, von denen Gott immer geträumt hat, dass wir sie werden.
  • Die Jünger lernen durch die Worte und Taten Jesu neue Dinge über Gott. In all dem steckt ein Aufruf zu größerem Glauben und Vertrauen in Gottes Güte.
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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.