Ansprache am 13. Sonntag im Jahreskreis A

  1. Sonntag im Jahreskreis A – GOTT BRAUCHT MENSCHEN Mt 10,37-42

 

Ob ihm die Last nicht zu schwer werde, wurde ein indisches Mädchen gefragt, das seinen kleinen kranken Bruder mit sich herum trug? Die Kleine schüttelte den Kopf und erwiderte: »Nein. Das ist keine Last. Das ist doch mein Bruder!«

 

 

Wir werden an die Botschaft Jesu erinnert, der wiederholt von der Bürde und Last, aber auch vom Lohn der Jüngerschaft gesprochen hat, und der im Namen Gottes zugegeben hat, dass Gott Menschen braucht. Nicht nur Propheten und Seher und Priester und Lehrer und Sozialhelfer, sondern Menschen, die einfach da sind für ihre Brüder und Schwestern.
Die nicht lange fragen: Bist du mein Freund, mein Nachbar, mein Verwandter… Nein, so nicht! Was Jesus meinte ist, dass wir uns aller Menschen annehmen, dass wir uns für alle mitverantwortlich fühlen. Da fragt man nicht nach Herkunft, Hautfarbe, Rasse, Religion oder Nationalität: da ist jeder Mensch ein Mitmensch, ein Bruder, eine Schwester.
Die Leit- und Kernsätze dieser Haltung hat Matthäus überliefert: »Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig … Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig … Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist, wahrlich, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen« (Mt 10,37-42).
Aktuell gefragt und auf uns bezogen: Wie würden Jesu Leitsätze heute lauten? Etwa so: Wer einem Asylbewerber Gutes tut, wer einen Aidskranken ermuntert, wer einem Drogenabhängigen hilft, wieder clean zu werden, wer einem Fremden Herberge anbietet, der tut meinen Willen. Der nimmt mich auf! Der handelt im Sinne Gottes!
All das wird möglich dem, der begriffen hat, dass einen Menschen heilen so viel heißt wie: ihm Mut machen, ihm ein Zuhause anbieten, ihn wissen lassen, dass er nicht alleine ist:
»Du kannst nicht leben ohne jemanden, der dich gernhat, der dich der Mühe werthält. Menschen suchen ihr Leben lang ein Zuhause. Ein Herz und zärtliche Hände. Eine stille Gegenwart, die bleibt, auch wenn es keine Worte mehr gibt« (PHIL BOSMANS).
Menschen brauchen Menschen. Menschen, egal welchen Alters, egal welcher Hautfarbe, egal welchen Standes, können ohne Liebe auf Dauer nicht leben. Sie brauchen Zuneigung, sie brauchen Zärtlichkeit, sie brauchen Liebe. Gott allein »schafft« das nicht. Er will, dass wir Menschen ihm dabei helfen. Er will unser Herz.
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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.