Ansprache 23 Sonntag im Jahreskreis B

23. Sonntag im Jahreskreis B – 9. September 2018

 

Der Taubstumme ist Symbol des Nichtglaubenden, der den Weg zum Glauben aufnimmt. Seine Taubheit bringt nämlich nicht nur die Unfähigkeit zum Ausdruck, die Worte der Menschen, sondern auch das Wort Gottes zu hören und zu verstehen.

Als Erstes nimmt Jesus jenen Mann beiseite: Das Wort Gottes, das Christus uns vermittelt, bedarf der Stille, um als Wort angenommen zu werden, das heilt, das aussöhnt und die Kommunikation wieder möglich macht.

Jesus berührt die Ohren und die Zunge des Taubstummen. Um die Beziehung mit jenem in der Kommunikation »blockierten« Mann neu aufzubauen, versucht er als Erstes, den Kontakt wiederherzustellen.

Die Lehre, die wir aus dieser Episode ziehen, besteht darin, dass Gott sich öffnet und mit der Menschheit in Kommunikation tritt. In seiner Barmherzigkeit überwindet er den Abgrund des Unterschieds zwischen ihm und uns und kommt uns entgegen. Um diese Kommunikation mit dem Menschen zu verwirklichen, wird Gott Mensch.

Es genügt ihm nicht, durch das Gesetz und die Propheten zu uns zu sprechen, sondern er wird gegenwärtig in der Person seines Sohnes.

Jesus ist der große »Brückenbauer«, der in sich selbst die große Brücke der vollen Gemeinschaft mit dem Vater errichtet.

Doch dieses Evangelium spricht auch von uns: Oft sind wir wie Inseln. Sogar die elementarsten zwischenmenschlichen Beziehungen schaffen bisweilen Gegebenheiten, die zu einer gegenseitigen Öffnung unfähig sind:

  • die in sich verschlossene Familie,

  • die in sich verschlossene Gruppe,

  • die in sich verschlossene Pfarrei.

Das kommt von uns, das ist unsere Sünde. Und doch stehen am Ursprung unseres christlichen Lebens, bei der Taufe, gerade jene Gesten und jenes Wort Jesu: »Effata! – Öffne dich!«.

Und das Wunder ist vollbracht: Wir sind von der Taubheit des Egoismus und von der Stummheit des Verschlossenseins und der Sünde geheilt worden, und wir wurden in die große Familie der Kirche aufgenommen.

Wir können Gott hören, der zu uns spricht, und sein Wort all jenen mitteilen, die es nie gehört oder die es vergessen und unter den Dornen der Sorgen und der Täuschungen der Welt zu Grab getragen haben.

Bitten wir die allerseligste Jungfrau Maria, die Frau des Hörens und des freudigen Zeugnisses, uns in unserem Bemühen zu unterstützen, unseren Glauben zu bekennen und die Wunder des Herrn allen zu verkünden, denen wir auf unserem Weg begegnen.

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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.