28. Sonntag im Jahreskreis B

XXVIII Sonntag von T.O. 14. Oktober: 
Weisheit 7,7-11 – Juden 4,12-13
Markus 10,17-30
Meine Ansprache in Mindelheim am Sonntag den 14. Oktober 2018

Das Evangelium erzählt die Geschichte einer Begegnung voller Emotionen und Gefühle, authentisch und tiefgründig. Und wie jede echte Begegnung mit unvorhersehbaren Entwicklungen.

Die Voraussetzungen sind sehr positiv, das Beste: Ein Mensch wendet sich an Jesus, erkennt seine Autorität, kniet und nennt ihn “guten Lehrer“; er fragt ihn nach dem ewigen Leben (Freude): “Guter Lehrer, was muss ich tun, um glücklich zu sein?“ Jesus starrt ihn mit Liebe an und lädt ihn ein, alles zu verlassen, um ihm zu folgen: “Eines fehlt dir, geh, verkaufe, was du hast, gib es den Armen und komm! Folge mir.“

Jesus stellt diesen Mann vor eine Herausforderung, und jede Herausforderung ist ein Risiko. Für alle.

Der Schlüssel dieser Abschnitt des Evangeliums ist der Blick Jesu:Er hat seinen Blick auf ihn gerichtet und ihn geliebt“. Es ist ein Blick, der nicht urteilt und nicht verurteilt, er hinterfragt das Herz eines jeden von uns, er liebt uns so, wie wir sind, und er bringt uns über unsere Grenzen hinaus.

Das Evangelium berichtet, dass dieser Mann traurig weggegangen ist, eine Traurigkeit aufgrund der Worte des Herrn: “Bei diesen Worten wurde er dunkel im Gesicht und ging traurig zurück“.

Traurig, weil das Wort Jesu nicht oberflächlich ist, es ist ein durchdringendes, lebendiges Wort, schärfer als jedes zweischneidige Schwert; es erkennt die Gefühle und Gedanken des Herzens.

Bevor er Jesus traf, war dieser Mann beunruhigt, aber nicht traurig: Es war genau das Wort des Herrn, das ihn in zwei Hälften schnitt, wie ein zweischneidiges Schwert. Dank des Wortes des “guten Meisters” sieht dieser Mann, was in seinem Herzen ist: 1ein aufrichtiger Wunsch nach einem vollen Leben und Glück, 2 aber auch eine Bindung an seinen Besitz, die ihn zum Sklaven macht. Er geht weg und wir wissen nicht, ob er zurück kommt… Das Ende der Geschichte ist offen.

Sicher ist, dass dieser Mann das Wort Jesu ernst genommen hat: Er hat sich nicht über den zu hohen Zuspruch beschwert, er hat nicht nach einfachen Rechtfertigungen und Alibis gesucht…

Traurigkeit ist das Zeichen, dass er gut verstanden hat, dass Glaube nicht oberflächlich gelebt werden kann. Sein Leben musste sich radikal ändern.

Wenn du merkst, dass du dich total ändern muss, fühlst du dich in Frage gestellt. Das Wort des Evangeliums wird zu einer Quelle der Freude. Es ist die innere Arbeit jedes Lebens- und Glaubenswegs. Nur eine naive Spiritualität behauptet immer wieder, dass das Wort Gottes andauernd Freude bereitet. Wenn es nach Veränderung verlangt, gibt es auch Traurigkeit und Bitterkeit.

Diese Seite des Evangeliums erzählt die Geschichte eines jeden von uns, der etwas hat, mit dem er auf sklavische Weise verbunden ist (Reichtum, Aussehen, Unehrlichkeit…). Etwas, das uns Glück zu bereiten scheint, uns aber stattdessen blockiert.

Bitten wir den Herrn, Christen zu sein, die wissen, wie sie sich nicht als Herrscher, sondern als Empfänger des Evangeliums wiederentdecken können; Christen, die sich vom Blick und Wort Jesu berühren und verändern lassen, Männer und Frauen, die den Mut haben, Entscheidungen im Sinne der Frohen Botschaft zu treffen. Dann werden wir in der Lage sein, diese Freude weiterzugeben, weil wir erfahren haben, dass in der Nachfolge Jesu, hundertmal so viel erhalten haben.

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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.