15. Sonntag im Jahreskreis A

Das ist das Thema meiner Ansprache an kommenden 15.ten Sonntag im Jahreskreis A über das Thema: Lohnt all der Aufwand?

LOHNT EIGENTLICH ALL DER AUFWAND?

Mt 13,1-9

 

Diese Frage stellen wir uns immer wieder. Wir hinterfragen unsere eigenen Aktivitäten. Wir zweifeln am Sinn unseres Tuns.

Wir sehen schwarz, was den Erfolg betrifft. Vergleichen wir unsere Überlegungen mit dem Gleichnis vom Sämann, dann wird unsere Antwort auf die selbst gestellte Frage eher zögernd ausfallen. Denn was in dieser biblischen Erzählung anklingt, spricht eigentlich gegen unsere Zweifel: Da ging ein Bauer aufs Feld, um zu säen… Ein weiterer Teil fiel schließlich auf guten Boden und brachte Früchte, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach (vgl. Mt 13,3-9). Das ist eine Parabel von der Großzügigkeit Gottes. Von seiner Weisheit und Geduld. Denn der »Sämann Gott« fragt niemals: Lohnt der Aufwand? Nein, Gott hat andere Maßstäbe. Er misst mit Weisheit, mit Liebe, mit Wohlwollen. Und er lässt sich Zeit, viel Zeit. Er weiß auch um die Feinde der Saat. Er kennt die Dornen, die Felsen, die sengende Sonne. Und er macht sich keine falschen Vorstellungen über die Fehler und Schwächen der Menschen, ihre Untugenden, ihre Hast, ihre Ungeduld. Er weiß sehr wohl, dass der Mensch sich frei entscheiden kann – zum Guten wie zum Bösen. Gott anerkennt unser Mühen. Auch wenn manches fehlschlägt, er respektiert und honoriert unseren guten Willen. Und unsere Ausdauer. Die wird am Ende belohnt, mitunter sogar hundertfach. Denn dieses Leben »ist nicht eine Frommheit, sondern ein Fromm-Werden, nicht eine Gesundheit, sondern ein Gesund-Werden. Wir sind’s noch nicht, wir werden’s aber. Es ist noch nicht getan; es ist aber in Gang und Schwang« (MARTIN LUTHER). »Christ sein heißt Christ werden«, sagt KARL RAHNER.

Dass bei diesem lebenslangen Christ-Werden auch manches fehlschlägt, dass manch guter Same unter die Dornen fällt oder unterwegs zertreten wird, sollte uns nicht davon abhalten, uns täglich neu zu mühen. Am Ende steht die göttliche Erntezeit. Bis dahin heißt es, auf Gottes Wort hören, es bedenken, es keimen, wachsen und reifen lassen.

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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.