12 Sonntag im Jahreskreis A

Diese Ansprache werde ich an kommenden Sonntag den 25. Juni 2017 in der Kirche in Mindelheim  und in Westernach halten. Es ist genau der 51.ste Tag meiner Priesterweihe.

  1. Sonntag A – Mt 10,26-33

Der Dichter WERNER BERGENGRÜN schrieb von sich selbst, er sei zeitlebens ein Eigenbrötler gewesen: »Und weil ich mein eigenes Brot aß, habe ich nie ein anderes Lied gesungen. Und weil mir ein anderes Lied nie aus der Kehle wollte, habe ich immer das eigene Brot essen müssen.«

Wie alt dieses Thema ist, lässt sich aus dem Buch Jeremia erahnen. Der Prophet hörte damals schon »das Flüstern der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze« Geremia 20,10).

Warum war der alttestamentliche Seher in diese für ihn missliche Lage gekommen? Weil er den anderen nicht nach dem Mund redete. Wer sein Mäntelchen nicht nach dem Wind hängt, muss um seine Freiheit fürchten. Das war offensichtlich schon immer so. Unzählige wurden deshalb in die Konzentrationslager des so genannten Dritten Reiches verschleppt, in die Todeslager Stalins oder Maos oder anderer Diktatoren und Despoten.

Dennoch bekannten sich und bekennen sich immer wieder Millionen von Menschen freimütig zu Gott, auch dann, wenn ihnen Brutalität und Tod drohten und noch heute drohen, getreu dem Herrenwort: »Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen« (Mt 10,32).

Weiter heißt es bei Matthäus: »Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können … Bei euch sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt … Ihr seid mehr wert als viele Spatzen; keiner von ihnen fällt zur Erde ohne den Willen eures Vaters« (vgl. Mt 10,28-31).

Um zu solcher Überzeugung zu kommen, braucht es Standhaftigkeit und Treue. Es braucht auch eine neue Gesinnung, denn »auf die Füße kommt unsere Welt erst wieder, wenn sie sich beibringen lässt, dass ihr Heil nicht in Maßnahmen, sondern in neuen Gesinnungen besteht« (ALBERT SCHWEITZER).

Eine neue Gesinnung bekommen, das heißt zu wissen, wofür man lebt, heißt zu wissen, wofür man – notfalls – zu sterben bereit sein wird. »Wer ein Warum zu leben hat, erträgt fast jedes Wie«, lautet ein geflügeltes Wort. Wer sich geborgen weiß in Gottes Händen, fürchtet sich nicht vor denen, »die den Leib töten können«. Er riskiert lieber Kopf und Kragen, anstatt zu katzbuckeln. Er zieht sein eigenes, wenn auch karges Brot dem Kuchen derer vor, die ihn für ihre Dienste kaufen und missbrauchen wollen.

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Autore: Bonassi Orazio

Nato a Rezzato in Provincia di Brescia il 27.maggio 1941 Cittadino Tedesco e appartenente al Clero della arcidiocesi di Monaco di Baviera. Ordinato Sacerdote a Brescia il 25 giugno 1966. Residente a Kammlach.